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INHALTS†BERSICHT Bewertung zwischen FŠlschung
und Plagiat Das Plagiat aus
strafrechtlicher Sicht GrundsŠtzliches Problem des
Plagiats in der Wissenschaft Beispiel fŸr ein
wissenschaftliches Plagiat Beispiele fŸr Plagiate in der
Literatur Schutzmechanismen zur
BekŠmpfung von Plagiaten Meinung der Bidungssprecherin
der FP… Richtiges Zitieren in einer
wissenschaftlichen Arbeit |
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Bewertung zwischen
FŠlschung und Plagiat
Ad FŠlschung:Kathrin Ackermann meint, wie man eine FŠlschung bewertet,
hŠngt in erster Linie davon ab,
welchen Stellwert man dem Original einrŠumt. Im Mittelalter erlebte die FŠlschung eine BlŸtezeit. Laut einer SchŠtzung sind ca. 50% der
merowingischen Dokumente nichts anderes, als reine FŠlschungen. ãDas Mittelalter fragte nicht
nach dem objektiven Tatbestand, sondern nach dem Zweck, zu dem die FŠlschung angefertigt wurde: war es alleine persšnliches
Gewinnstreben, so wurde sie moralisch verurteilt und juristisch verfolgt;
geschah sie dagegen im Dienste
hšherer Ziele, so galt sie als gerechtfertigt. Die berŸhmteste FŠlschung im
Mittelalters, de Konstantinsche Schenkung, war in diesem Sinne wahr, weil sie
dem Willen Gottes entsprach.Ò (zit. n. Ackermann; FŠlschung und Plagiat als Motiv der
zeitgenšssischen Literatur, Heidelberg, 1992, S.18) Laut Kathrin Ackermann stellt Mark Sagoff eine
interessante These auf. Er meint nŠmlich, dass Original und FŠlschung nicht
vergleichbar sind. Der Grund dafŸr liegt in den Entstehungsbedingungen. Der
Ort ist ein anderer, die Zeit ist auch eine komplett andere und der Urheber
ist auch nicht der gleiche. Ackermann erwŠhnt auch in ihrem Buch ãFŠlschung
und Plagiat als Motiv der zeitgenšssischen LiteraturÒ, dass Dutton der
Meinung war, das die FŠlschung den gleichen Wert haben kann wie as Original,
da sie aus der selben Schaffungsfreude entstanden sind. ãBei der sehr viel kleineren
Gruppe der Verteidiger der FŠlschung kann man zwei Arten
von Argumenten unterscheiden: die einen rechtfertigen die FŠlschung
aus pragmatischen GrŸnden, die anderen machen mit Hilfe der FŠlschung auf
andere PhŠnomene aufmerksam. Die Vertereter der ersten Gruppe argumentieren,
dass es besser sei, Òsich mit guten Replikaten zu umgeben (É) , als Umgang
mit schlechten Originalen zu pflegen Ò (zit. n. Ackermann; FŠlschung und Plagiat als Motiv der
zeitgenšssischen Literatur, Heidelberg, 1992, S.21) Ad Plagiat:
ãDie Tatsache, das sich das
Wort ÒPlagiatÒ erst spŠt in die die europŠische Sprache einbŸrgerte –
in Frankreich ist 1545 plagiere (plagiaire) und 1715 palgiat belegt,
in Deutschland 1615 Plagiarius und 1741 Plagiator -, ist ein Indiz dafŸr, dass zuvor keine Notwendigkeit bestand das PhŠnomen des
literarischen Diebstahls zu
bezeichnenÒ. (zit.
n. Ackermann; FŠlschung und Plagiat als Motiv der zeitgenšssischen Literatur,
Heidelberg, 1992, S.21) Grund dafŸr war, dass es im Mittelalter noch keine
Begrifflichkeit des geisteigenen Eigentums gab. Ma§gebend war nicht der Gedanke an OriginalitŠt, sondern
viel mehr die †bereinstimmung mit der Tradition. Laut Ackermann konnte ein
wahrer Gedanke nicht als persšnlicher Besitz deklariert werden. Es war
durchaus mšglich, dass ein anderer Autor etwas von dem Urheber in sein
Werk Ÿbernahm, ohne es
dementsprechend zu kennzeichnen (in Form von Zitierregeln). Abschreiben wurde
nur dann verurteilt, wenn es zum eigenen Interesse wurde, also zum Erwerb von
Geld diente. Bis ins 17. Jahrhundert hatte der Autor keinen rechtlichen
Schutz gegen das PhŠnomen des Plagiarismus. Im 18. Jahrhundert jedoch Šnderte
sich dieser Sachverhalt. ãDass das Buch Eigentum seines Autors sei, wurde zum
ersten Mal inPierre Jacques Blodel zugeschriebenen Schrift
MŽmoire sur les vexations qu«exercent les libraires et les imprimeurs de
Paris (1725) formuliert. Eine gestzliche Regelung des Urheberrechts wurde in
Frankreich 1793 geschaffen, in Deutschland erst 1837Ò (zit. n. Ackermann; FŠlschung und
Plagiat als Motiv der zeitgenšssischen Literatur, Heidelberg, 1992, S.22) ãWŠhrend die KunstfŠlschung von
Experten weitgehend einhellig verurteilt wird, ist die Lage beim Plagiat
vielschichtiger. Dies hŠngt damit zusammen, dass der Tatbestand der KunstfŠlschung eindeutig ist: ein Bild ist entweder
authentisch oder gefŠlscht. (É) Das Plagiat dagegen ist in den meisten FŠllen
mit derselben Eindeutigkeit bestimmbar; es zeichnet sich durch eine breite Skala von Schattierungen
aus, welche Grenzziehungen zum
originalen Werk schwierig, wenn nicht unmšglich machen.Ò (zit. n. Ackermann; FŠlschung und
Plagiat als Motiv der zeitgenšssischen Literatur, Heidelberg, 1992, S.22) Selbst Modelle zum Basteln von Plagiaten wurden
aufgestellt. ãSehr illustrativ wird dies im Beispiel von Arno Schmitt gezeigt, der ein
FŸnf-Stufen-Modell des Plagiats vorgeschlagen hat. Die erste Stufe
bilden dabei die sogenannten
ÒStammbŠumeÒ, das hei§t selbststŠndige und unselbststŠndige Nachahmungen
eines Vorbilds, das ÒSchuleÒ gemacht oder so kšnnte man auch sagen, eine neue
Gattung begrŸndet hat. (É) Die zweite Stufe stellen die Òfremden FortsetzerÒ
dar, d.h. Autoren, die das
Schicksal literarischer Helden
Ÿber das Ende bereits vorliegender Werke hinaus weiterverfolgen. Die ÒVerwenderÒ (dritte Stufe)
wiederum seine Autoren, Òdenen <<die Fabel>>, beziehungsweise die
<<weiterfšrdernde Einzelheit>> Schwierigkeiten macht. Die ÒBearbeiterÒ (vierte Stufe)
beschrŠnken sich auf das Umschreiben eines bereits gestalteten Stoffes. Die
Stufe des eigentlichen Plagiats
sei dagegen erst mit der
ãblanken, unverschŠmt - seitenlangen Abschreibearbeit erreicht.Ò (zit. n. Ackermann; FŠlschung und
Plagiat als Motiv der zeitgenšssischen Literatur, Heidelberg, 1992, S.25) |
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