Chinesische  

Arzneimittel



Die Wirkung aller chinesischen Arzneimittel wurde über Jahrtausende beobachtet und beschrieben und nach den Kriterien der chinesischen Medizin klassifiziert.

Es existieren einige tausend pflanzliche Heilkräuter, aber auch einige tierische und mineralische Substanzen
.

Pflanzliche Arzneien

Von diesen, etwa 95% aller verwendeten Arzneien ausmachenden Mittel, werden. 

Wurzeln, Wurzelstöcke, ganze Pflanzen, Blüten, Blätter, Stiele, Rinden, Früchte, Samen und Zwiebeln verwendet, die getrocknet und unbehandelt eingesetzt werden.

Die Wirkung der Kräuter lässt sich jedoch auch verändern, etwa durch rösten oder in Honig braten.

Tierische Arznelen

Da sehr teuer, werden tierische Arzneimittel eher selten verwendet. Meistens werden sie durch pflanzliche Substanzen ersetzt. Ein weiterer Grund für den seltenen Einsatz ist der Artenschutz. Geschützte Arten aus dem Tier- und Pflanzenreich werden nicht mehr verwendet.

Beispiele für tierische Substanzen sind:


Hirschhorn (chin, 鹿茸, Lu Rong), Yang tonisiserend

Zikadenpanzer (chin, 蝉蜕, Chan Tui), Wind Hitze ausleitend

Austernmuschel (chin, 牡蛎, Mu Li), Geist verankernd

Mineralische Arzneien

Mineralische Arzneimittel kommen wie die tierischen eher selten zur Verwendung.
Beispiele sind:

Gips ( chin, 石膏, Shi Gao), Hitze eleminierend, Feuer reduzierend

Talcum (chin, 滑石粉,  Hua Shi), Feuchtigkeit ausleitend

Hämatit ( chin, 代赭石, Dai Zhe Shi), Geist verankernd

Als Grundsatz der Chinesischen Medizin gilt bekanntlich die Erkenntnis, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile.

Deshalb werden einzelne Kräuter und Substanzen in der Regel miteinander kombiniert. So werden Rezepte individuell auf den Patienten und sein Krankheitsbild angepasst.

Was sollte betrachtet werden



Eine anfängliche Verschlechterung der Krankheit bedeute keineswegs eine Fehlbehandlung, sie zeigt lediglich an, dass sich der Körper mit dem Leiden beschäftigt.

Was bei der Einnahme von Chinesischen Kräutern beachtet werden sollte, ist, dass tonisierende (stärkende) Mittel einige Krankheiten weiter in den Körper hineinführen kann. Vorsicht auch in der Schwangerschaft – einige Kräuter dürfen nicht eingenommen werden.

Neben den Jahreszeiten hat auch die Mondphase einen Einfluss auf die Wirkungsweise der Kräuter. Tonisierende Kräuter wirken besser bei zunehmendem Mond, und sedierende (ausleitende) wirken besser bei abnehmendem Mond.  

    Bild - Quelle



Bild 1
 
http://solaso.com.cn/bbs/
viewthread.php?tid=60093

Bild 2
 http://www.shibatong
.com/zy/jb/frct.htm

Bild 3
 http://hi.baidu.com/yyhw
a809/album/item/50badf24ca738
6144d088dee.html

Bild 4
:http://12658.com/view
.asp?id=1982&shjiaid=297#big


Bild 5
 http://www.globalyaodoo.
com/yywh/yccds.jsp


Bild 6
 http://www.cxbhg.027
chem.cn/company/1/spzs.asp?
mode=0&ir={D46E0B08-DA5D-4
BE3-8FE1-341410C9CCAD}&fl=18


Bild 7
 http://www.e2121.com/
herb_db/viewherb.php3?setlang
=2&viewid=489


Bild 8
 http://www.kamponavi.
com/med/s_h020.html


Bild 9
 http://www.yxsjy.net/
YXSJYyxtk/YXTKzytp1/ZCYTP1
dzylzcytp/200605/28


Bild 10
 www.shibatong.com/zy/
jb/fhgz.htm

                        Anwendung

Klassifizierung der Kräuter

Die TCM unterscheidet 3 Kategorien von Kräutern:

taiji xiaotu Himmelsarzneien, die der der spirituellen Entwicklung und der      Lebensverlängerung dienen

taiji xiaotu     Ministerarzneien, die die menschliche Natur erhalten sollen und

 

 taiji xiaotu    Hilfsarzneien zur Behandlung akuter Erkrankungen.

Weiters werden sie in Temperatur und Geschmack, spezifische Wirkung auf die Funktionskreise, klassische Kombinationen mit anderen Kräutern, Kontraindikationen und Toxizität und Dosierung und Verabreichungsform eingeordnet.

 
 Prinzipien der Rezepte

In der Theorie der Zusammenarbeit zwischen den Kräutern wird zwischen König, Minister, Assistent und Führer unterschieden.

Der König geht bei der Behandlung direkt auf die Ursache oder das Hauptsymptom einer Krankheit ein und gibt die grundsätzliche Richtung eines Rezeptes an, weshalb er auch am höchsten dosiert ist. Der/die Minister soll(en) den König unterstützen und ihn in seinem Effekt stärken. Der Assistent assistiert einerseits dem König und dem Minister und behandelt andererseits gleichzeitige Beschwerden in anderen Funktionskreisen. Der oder die Führer leiten Kräuter des Rezeptes zu den betreffenden Stellen im Körper und koordinieren ihre Wirkung.


Mit Hilfe dieser Darstellung ist eine schadhafte Überdosierung der Kräuter fast unmöglich.



Darreichungsformen

Die häufigste Darreichungsform ist das Dekokt, bei dem durch intensives Auskochen (ca 50 min in 2 Kochgängen) etwa 75% der Wirkstoffe der Arzneien ausgenutzt werden. Weitere Formen sind Tabletten, Pillen und Pulver, Sirupe, Weine, Bäder, Salben und Pflaster.

Die chinesischen Kräuter werden regulär eine ½ Stunde vor oder nach dem Essen aufgelöst in warmem Wasser eingenommen.

Einsatzgebiete

Mit chinesischen Arzneimitteln werden sowohl akute als auch chronische Krankheiten behandelt. Die Wirkung der Kräuter ist dabei von der Schwere und Chronizität der Erkrankung abhängig.

Beispiele für den Einsatz von Kräutern sind:

taiji xiaotu     Magen- und Darmerkrankungen

taiji xiaotu     Atemwegserkrankungen

taiji xiaotu     Hauterkrankungen

taiji xiotu     Gynäkologische Erkrankungen

taiji iaotu     Urogenitale Erkrankungen

taiji xiaotu     Kinderkrankheiten

taiji xiaotu     Infektiöse Erkrankungen



Disharmonien und Heilkräuter


Art der Disharmonie

Heilkraut

Wirkung

Qi-Mangel

Dang Shen (Codonopsiswurzel)

Qi-Stärkung

Blut-Mangel

He Shou Wu (Polygonumwurzel)

Blut-Stärkung

Yang-Mangel

Du Zhong (Eucommiarinde)

Yang-Stärkung

Yin-Mangel

Mai Men Dong (Liriopeknolle)

Yin-Stärkung

Qi-Stagnation

Chen Pi (Zitrusrinde)

reguliert das Chi

Blut-Stagnation

Chuan Xiong (Ligusterwurzel)

belebt das Blut

Innere Kälte

Rou Gui (Zimtbaumrinde)

erwärmt und vertreibt Kälte

Inner Hitze/Vergiftung

Tu Fu Ling (Smilaciswurzel)

löscht Feuer, entsorgt Giftstoffe

Äußeres Eindringen (Kälte)

Gui Zhi (Zimtbaumstamm)

vertreibt, verteilt Kälte

Äußeres Eindringen (Hitze)

Chai Hu (Bupleurumwurzel)

vertreibt, verteilt Hitze

Übermäßige innere Feuer

Shi Gao (Gypsum)

leitet Feuer/Hitze ab

Inner Feuchtigkeit

Cang Zhu (Atractylodeswurzel)

verändert Feuchtigkeit

Gestörtes Shen (Geist)

Suan Zao Ren (Ziziphussamen)

beruhigt das Shen

(Quelle: vgl. Williams 2003, S. 168)

                  Quellen & Literatur

Williams, Tom (2003): Chinesische Medizin. Heilen auf natürliche und sanfte Art. Wien.

http://www.m-eubel.de/Infos/tcm/arzn.html#Ginsengwurzel

http://www.center-of-chinese-medicine.com/html/de/Kraeuter.htm