Anwendung
Klassifizierung der Kräuter
Die TCM unterscheidet 3 Kategorien von Kräutern:
Himmelsarzneien,
die der der spirituellen Entwicklung und der
Lebensverlängerung dienen
Ministerarzneien,
die die menschliche Natur erhalten sollen und
Hilfsarzneien
zur Behandlung akuter Erkrankungen.
Weiters werden
sie in Temperatur und Geschmack, spezifische Wirkung auf
die Funktionskreise, klassische Kombinationen mit anderen Kräutern,
Kontraindikationen und Toxizität und Dosierung und Verabreichungsform
eingeordnet.
Prinzipien der
Rezepte
In der Theorie der
Zusammenarbeit zwischen den Kräutern wird zwischen König, Minister,
Assistent
und Führer unterschieden.
Der König geht
bei der Behandlung direkt auf die Ursache oder das
Hauptsymptom einer Krankheit ein und gibt die grundsätzliche Richtung
eines
Rezeptes an, weshalb er auch am höchsten dosiert ist. Der/die Minister
soll(en)
den König unterstützen und ihn in seinem Effekt stärken. Der Assistent
assistiert
einerseits dem König und dem Minister und behandelt andererseits
gleichzeitige
Beschwerden in anderen Funktionskreisen. Der oder die Führer leiten
Kräuter des
Rezeptes zu den betreffenden Stellen im Körper und koordinieren ihre
Wirkung.
Mit Hilfe dieser Darstellung ist eine schadhafte Überdosierung der Kräuter fast unmöglich.
Darreichungsformen
Die häufigste Darreichungsform ist das Dekokt, bei dem durch intensives Auskochen (ca 50 min in 2 Kochgängen) etwa 75% der Wirkstoffe der Arzneien ausgenutzt werden. Weitere Formen sind Tabletten, Pillen und Pulver, Sirupe, Weine, Bäder, Salben und Pflaster.
Die chinesischen Kräuter werden regulär eine ½ Stunde vor oder nach dem Essen aufgelöst in warmem Wasser eingenommen.
Mit
chinesischen Arzneimitteln werden sowohl akute als auch chronische
Krankheiten
behandelt. Die Wirkung der Kräuter ist dabei von der Schwere und
Chronizität
der Erkrankung abhängig.
Beispiele für
den Einsatz von Kräutern sind:
Magen-
und Darmerkrankungen
Atemwegserkrankungen
Hauterkrankungen
Gynäkologische
Erkrankungen
Urogenitale
Erkrankungen
Kinderkrankheiten
Infektiöse
Erkrankungen
Disharmonien und Heilkräuter
|
Art der Disharmonie |
Heilkraut |
Wirkung |
|
Qi-Mangel |
Dang Shen
(Codonopsiswurzel) |
Qi-Stärkung |
|
Blut-Mangel |
He Shou Wu
(Polygonumwurzel) |
Blut-Stärkung |
|
Yang-Mangel |
Du Zhong
(Eucommiarinde) |
Yang-Stärkung |
|
Yin-Mangel |
Mai Men Dong (Liriopeknolle) |
Yin-Stärkung |
|
Qi-Stagnation |
Chen Pi
(Zitrusrinde) |
reguliert das Chi |
|
Blut-Stagnation |
Chuan Xiong
(Ligusterwurzel) |
belebt das Blut |
|
Innere Kälte |
Rou Gui
(Zimtbaumrinde) |
erwärmt und
vertreibt Kälte |
|
Inner
Hitze/Vergiftung |
Tu Fu Ling
(Smilaciswurzel) |
löscht Feuer,
entsorgt Giftstoffe |
|
Äußeres Eindringen
(Kälte) |
Gui Zhi
(Zimtbaumstamm) |
vertreibt,
verteilt Kälte |
|
Äußeres Eindringen
(Hitze) |
Chai Hu
(Bupleurumwurzel) |
vertreibt,
verteilt Hitze |
|
Übermäßige innere
Feuer |
Shi Gao (Gypsum) |
leitet Feuer/Hitze
ab |
|
Inner Feuchtigkeit |
Cang Zhu
(Atractylodeswurzel) |
verändert
Feuchtigkeit |
|
Gestörtes Shen
(Geist) |
Suan Zao Ren
(Ziziphussamen) |
beruhigt das Shen |
(Quelle: vgl.
Williams 2003, S. 168)
Quellen & Literatur
Williams, Tom
(2003): Chinesische Medizin. Heilen auf natürliche und sanfte Art. Wien.
http://www.m-eubel.de/Infos/tcm/arzn.html#Ginsengwurzel
http://www.center-of-chinese-medicine.com/html/de/Kraeuter.htm









