Geschichte
In
der darauf folgenden Periode, der Zhou Periode (1027 bis 221
v. Chr.), entwickelte
sich ein neues Medizinsystem, das Konfuzianische Gedanken wie Yin und
Yang und
das Leben im Fluss der Natur beinhaltete. Hier wurde der Grundstein für
die
ersten Grundlagenwerke der noch heute praktizierenden Chinesischen
Medizin
gelegt.
Huang Di Nei Jing (chin:
黄帝内经, Klassiker
des Gelben Kaisers)
Dieser
Klassiker, der als Dialog zwischen dem Gelben Kaiser (Huang Di) und
seinem Minister
Qi Bo verfasst ist, beinhaltet die theoretischen Grundlagen der
Chinesischen
Medizin und der Akupunktur sowie Grundprinzipien wie Yin-Yang, die Fünf
Wandlungsphasen,
die 12 Leitbahnen usw.
Die
Autoren des Buches sind unbekannt, geschrieben wurde es vermutlich im
zweiten
oder ersten Jahrhundert vor Christus.
Nan Jing (chin: 难经, Klassiker der Schwierigkeiten)
Der Nang Jing gilt als erstes Werk, in dem Medizin nicht mehr mit
Dämonie und
Magie verbunden wird und beschäftigt sich mit der Integration der
systematischen Entsprechungen, der Akupunktur und der Pulsdiagnostik.
Verfasst
wurde es während der Han-Dynastie, auch hier ist der Autor unbekannt.
Shang Han Za Bing Lun (chin: 伤寒杂病论 Das Buch von Kälteschaden und
anderen Krankheiten)
Der Shang Han Za Bing Lun ist das Standardwerk für die chinesische
Arzneimitteltherapie.
Auch heute werden noch Rezepturen aus diesem Buch angewendet.
Während
seiner Zeit, der späten Han-Dynastie, kaum Beachtung gefunden, wurde
das Buch
von Kälteschäden und anderen Krankheiten ca. 1000 Jahre später von
Ärzten „wiederentdeckt“.
Shen Nong Ben
Dieser Klassiker gilt als locus classicus der Arzneimittellehre. Hier
werden
bereits 365 verschiedene pflanzliche, mineralische und auch tierische
Arzneien
beschrieben, die in drei Klassen – Obere,
Mittlere und Tiefere Arzneien –
eingeteilt werden.
Verfasst
wurde der Shen Nong Ben
In
den darauffolgenden Dynastien wurden die auf den klassischen Werken
aufbauenden
Konzepte verfeinert und weiterentwickelt, neue Ideen wurden bis ca.
1000 n.
Chr. nicht mehr entwickelt.
Als
Meilensteine in der weiteren 2000-jährigen Entwicklung der
Traditionellen Chinesischen
Medizin gelten folgende:
590 – 617 Sui Dynastie
Der berühmte Arzt Sun Si-miao (chin: 孙思邈) ist der Vater der modernen
Akupunktur-Leitbahnen-Poster, welche in dieser Art zum ersten Mal in
seinen
Büchern aufschienen.
960 –
1368 Song- und Yuan-Dynastien
In dieser Periode wurden die vier berühmtesten Theorien der damaligen
Zeit verfasst:
Liu
Wan-su (chin: 刘完素): «Schule des Kühlens» (chin: 素问玄机原病式)
Zhang
Cong-zheng (chin: 张从正): «Schule der Attacke» (chin: 儒门事亲)
Li
Dong-yuan(chin: 李东垣) : «Schule der Stärkung der Erde» (chin:脾胃论 )
Zhu
Dan-xi (chin: 朱丹溪): «Schule der Stärkung von Yin» (chin: 格致余论)
Die
Werke werden noch heute als Grundlage für die Behandlung von
neuzeitlichen Krankheiten
angesehen.
1368 – 1643 Ming Dynastie
Hier entstanden Werke wie Zhen Jiu Da Cheng (chin:针灸大成, Das Große Buch der
Akupunktur),
welches bereits 667 der heute 670 anerkannten Akkupunkturpunkte
umfasst, und
Ben
1644 –
1911 Qing Dynastie
Aufgrund von westlichen Einflüssen wurde die „alte“ Medizin bald
kritisiert,
worauf verschiedene Ärzte über die Fehler der Medizin schrieben.
Das
berühmteste Werk ist Wang Qing-ren's (chin: 王清任) Yi Lin Gai Cuo (chin: 医林改错, Die Fehler des
medizinischen
Waldes)
Nachdem
die TCM in den 1920er Jahren, wieder aufgrund westlicher Einflüsse,
beinahe ausgelöscht
worden war, wurde sie in den 50ern, nach der Machtübernahme der
Kommunisten,
wiederbelebt. Eigene Universitäten, geleitet von den besten
chinesischen Ärzten
der damaligen Zeit, wurden gegründet.
1966,
in der Zeit der proletarischen Kulturrevolution, wurden die Schulen
wieder geschlossen;
Aberglauben und Feudalismus sollten für immer aus der „alten“ Medizin
verbannt
werden und aus der Gesellschaft verschwinden.
Erste
in den siebziger Jahren, nach Ende der Kulturrevolution, entspannte
sich die
Lage wieder ein wenig. Die Universitäten wurden wieder eröffnet,
Textbücher
verfasst und Standardausbildungen definiert.
Quelle & Literatur
Feng, Lingyu; Shi, Weimin; Zantis, Renate: Abriss der chinesichen Kultur, Wuzhou Verlag, Beijing, 2001
Yu, Dong; Zhong, Fang: Eine Einführung in die Kultur Chinas, Verlag für fremdsprachige Literatur, Beijing, 2004
http://www.sbo-tcm.ch/deutsch/chinesische_medizin/default.htm
http://www.tcm-praxis-jetelina.de/therapiespektrum/tcm_wirkrichtungen.php






