In einer Studie der Wirtschaftsuniversität unter der Leitung von Mag. Andreas Schuster werden die Erfolgsfaktoren für elektronische Distributionskanäle der Reisemittler untersucht. Die uns zur Verfügung stehenden Unterlagen [2] bezogen sich auf eine Expertenbefragung (Delphi-Studie) die den Untersuchungszeitraum von März bis August 1997 behandelte.
Ziele dieser Studie sind:
Laut dieser Studie ist der Bevölkerungsanteil der online erreichbaren Zielgruppe heute bei 3%. In 10 Jahren wird es ein Anteil von 30% sein.
Die heutige Buchungsbereitschaft dieser Zielgruppe liegt bei 20%. In 10 Jahren steigert sich die Bereitschaft, Buchungen online zu erledigen, auf 50%.
Folgende touristische Produkte - laut Studie - eignen sich besonders für den Online-Absatz:
(Bewertung: 0=ungeeignet, 5=sehr gute Eignung)
| 1. | Restplätze von Flugtickets | (4,55) |
| 2. | Flugtickets | (4,29) |
| 3. | Mietwagen | (4,26) |
| 4. | Restplätze von Pauschalreisen | (4,10) |
| 5. | Bahnreisen | (3,94) |
| 6. | Beherbergung - obere Kategorie | (3,55) |
| 7. | Pauschalreisen | (3,26) |
| 8. | Busreisen | (2,81) |
| 9. | Beherbergung - untere Kategorie | (2,65) |
| 10. | Kreuzfahrten | (2,29) |
Die Gründe bzw. die Motivation der Endverbraucher, touristische Produkte online zu Buchen, wären:
Damit der kommerzielle Einsatz für "Elektronische Reisebüros" bzw. Online-Tourismus-Lösungen mit Buchungsmöglichkeit, funktionieren kann, bedarf es bestimmter Voraussetzungen (laut Studie):
(Bewertung: 0=unbedeutend, 5=sehr große Bedeutung)
| 1. | Elektronische Zahlungsabwicklung | (4,42) | wird ca. ab 1999/2000 erreicht |
| 2. | Sichere Datenübertragung | (4,30) | wird ca. ab 1998/1999 erreicht |
| 3. | Erschwinglicher Online-Zugang | (3,99) | wird ca. ab 2001/2002 erreicht |
| 4. | Weitergabe der Kostenvorteile | (3,77) | wird ca. ab 1999/2000 erreicht |
| 5. | Verbreitung von Online-Shopping | (3,70) | wird ca. ab 2000 erreicht |
| 6. | Möglichkeit zu Preis- und Produktvergleichen | (3,53) | wird ca. ab 2004/2005 erreicht |
| 7. | Versand von Flugtickets | (3,52) | |
| 8. | Ausreichende Bandbreite | (3,48) | |
| 9. | Erreichbarkeit von 25% Privathaushalten | (3,44) | |
| 10. | Erreichbarkeit von 75% Unternehmen | (3,33) | |
| 11. | Rechtliche Rahmenbedingungen | (3,30) | |
| 12. | Exklusiver Online-Vertrieb in Teilmärkten | (1,35) |
Das Resümee dieser Studie:
Ein hypothetisches Beispiel:
Der (potentielle) Gast sucht sich
zu Hause am Computer - Internet Anschluß vorausgesetzt - den gewünschten
Ferienort aus. Entweder mit Hilfe einer "Online
Informations- und Buchungsagentur" (z.B. TIScover oder
Traxxx ) oder
per search Engines - wobei hier aber nicht sichergestellt ist, daß
der Kunde etwas brauchbares finden wird. Danach das Hotel,
welches seinen Anforderungen (Preis, Leistung, etc.) entspricht.
Er sieht sofort, ob das gewünschte Zimmer, zur gewünschten Zeit,
frei ist. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, kann er sich für
ein alternatives Zimmer entscheiden, welches er natürlich zuvor
virtuell
besichtigen kann (z.B. VRML Technologie LINK). Per Mausklick wird
die Reservierung abgeschickt und eine Anzahlung wird automatisch
von der Kreditkarte abgebucht. Bequeme Buchung von zu Hause (oder
Unterwegs) aus.
Die Vorteile für den Gast:
Die Vorteile für den Anbieter:
Dies wäre ein Modell für ein ideales Buchungssystem. Der Konjunktiv wurde deshalb gewählt, da die Realität solch ein Buchungssystem noch nicht zuläßt:
Wie aus der obigen Studie hervorgeht, wird die Elektronische Zahlungsabwicklung erst ab 1999/2000 eine breitere Akzeptanz finden, denn es fehlen gesetzliche Grundlagen, die diese Art von Reservierung weltweit "sicher" machen würden. Zur Zeit wird noch sehr heftig über Verschlüsselungsstrategien und Cyber-Cash diskutiert. Erst muß diese (teilweise unbegründete) Angst, vor Geldgeschäften über den Datenhighway, überwunden werden. Außerdem ist der Einsatz der Kreditkarte über das Internet noch sehr umstritten bzw. unpopulär (besonders in Europa).
Obwohl die Anzahl der Online User ständig wächst, gibt es auch jene Menschen, welchen das technische Know How fehlt. Entweder durch Verweigerung, Resignation oder einfach versäumter Weiterbildung. Sowohl auf der Anbieter-Seite als auch bei den Kunden- / Nutzer-Seite läßt sich dieser "technische Analphabetismus" finden.