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Aberration: Die scheinbare Verschiebung eines Sterns aus seiner wahren Position am Himmel. Sie beträgt bis zu 20,8" und kommt dadurch zustande, daß die Lichtgeschwindigkeit gegenüber der Geschwindigkeit der Erde in ihrer Bahn um die Sonne nicht unendlich groß ist.

Absolute Helligkeit: Die scheinbare Helligkeit (in Größenklassen, die ein Stern hätte, wenn er sich 10 Parsec entfernt befände. Die absolute Helligkeit der Sonne ist +4,8.

Absoluter Nullpunkt: Der tiefste Punkt der Temperaturskala: -273,16 C, zu gleich Ausgangspunkt der absoluten Kelvinskala: 0 K.

Absorption des Lichts im Weltraum: Zwischen Planeten und Sternen befindet sich allerhand diffuse Materie, die das Licht absorbiert - im Blauen stärker als im Roten. Besonders bei weit entfernten Objekten ist diese Lichtschwächung stellenweise sehr beträchtlich.

Absorptionsspektrum: Ein Spektrum, das vor einem hellen Kontinuum dunkle Linien zeigt. Bei der Sonne erzeugt die Photosphäre das Kontinuum; die Fraunhoferschen Absorptionslinien entstehen in der darüberliegenden Atmosphäre durch Atome, die das Licht charakteristischer Wellenlängen absorbieren.

Achromat: Eine Linse, die auf Farbabweichungen (chromatische Aberation) korrigiert ist. Sie besteht aus mehreren Komponenten, die aus Glasmaterialien mit unterschiedlichen Brechungsindizes gefertigt sind. Eine Kombination von schwach brechendem Kronglas und stark brechendem Flintglas bewirkt, daß sich die Fehler beider Linsenarten gegeseitig aufheben und ein annähernd farbfehlerfreies Bild entsteht.

adaptive Optik: Eine Technik zur Verbesserung der Qualität des Bildes, das mit Hilfe eines astronomischen Teleskops erzeugt wird. Luftunruhe in der Atmosphäre wird dadurch kompensiert.

Adler-Nebel: Ein Emissionsnebel um einen hellen Sternhaufen junger Sterne im Sternbild Serpens. Der Nebel leuchtet in der für ionisiertes Wasserstoffgas charakteristischen roten Farbe. Er wird durch die Strahlung der jungen Sterne ionisiert. Der Nebel ist 7000 Lichtjahre entfernt.

Aerolith: Ein Gesteinsmeteorit.

Akkretion: Der Prozeß, bei dem kleine Materieteilchen sich mit einer großen Masse unter dem Einfluß ihrer wechselseitigen Gravitationsanziehung oder als Ergebnis zufälliger Kollisionen vereinigen und dadurch immer größere Körper entstehen.

Albedo: Das Reflexionsvermögen eines Planeten oder anderen nicht selbstleuchtenden Himmelskörpers. Idealer Höchstwert: 1,00.

Allgemeine Relativitätstheorie: Einsteins Theorie, in der er von der Überlegung ausging, daß die Naturgesetze für alle Beobachter, unabhängig von ihrer Bewegung, gelten mußten. Die Gravitationskraft wird als Krümmung einer vierdimensionalen Raumzeit erklärt.

Am-Stern: Ein A-Stern mit ungewöhnlich starken Absorptionslinien gewisser Elemente in seinem Spektrum, insbesondere von Metallen. Diese Merkmale resultieren wahrscheinlich aus vertikaler Diffusion, die die verschiedenen Elemente in der stabilen äußeren Schicht eines langsam rotierenden Sterns aussepariert.

Amplitude: Der maximale Betrag einer veränderlichen Größe, einer Auslenkung bei einer Welle oder Oszillation. In der Astronomie wird der Begriff vor allem zur Bezeichnung des Helligkeitsbereiches eines veränderlichen Sterns benutzt.

Angström: In der Spektroskopie gebräuchliche Maßeinheit für Lichtwellenlängen. 1 A = 0,1 nm. Das sichtbare Licht geht etwa von 7500 A (rot) bis 3900 A (violett).

Antenne: Ein elektrischer Leiter oder ein Leitersystem zur Ausstrahlung und-oder zum Empfang von Radiowellen. Untereinander verbundene Antennensysteme erzielen höhere Empfindlichkeit und Richtstrahlwirkung.

Antiteilchen: Jedem Materieteilchen ist ein Antiteilchen zugeordnet. Wenn ein Teilchen mit seinem Antiteilchen zusammenstößt, vernichten sie sich gegenseitig und lassen nur Energie zurück.

Ap-Stern: Ein A-Stern mit einem ungewöhnlichen Spektrum (p steht für pekuliar), in dem die Absorptionslinien bestimmter Elemente besonders stark sind. Unter den verstärkt auftretenden Spektrallinien sind die des Siliziums, Magnesiums, Quecksilbers, Chroms, Euripiums und Strontiums.

Apertur: Die Lichtbündel begrenzende Öffnung eines abbildenden Systems, z. B. eines Teleskops. Für ein optisches Teleskop ist die Apertur durch den Durchmesser des Hauptspiegels oder des Objektivs gegeben. Die Apertur ist eine wichtige Kenngröße eines Teleskops, da sowohl die Fähigkeit, Strahlung zu sammeln, als auch die Auflösung mit der Größe der Apertur anwachsen.

Apex: Der Punkt an der Himmelskugel, auf den sich die Sonne scheinbar hinbewegt. Er liegt im Hercules. Die relative Sonnengeschwindigkeit beträgt etwa 20 km/s. Sein Gegenpunkt heißt Antapex.

Aphel: Der sonnenfernste Punkt der Bahn eines um die Sonne laufenden Himmelskörpers.

Apogäum: Der erdfernste Punkt auf der Umlaufbahn des Mondes oder künstlicher Satelliten.

Aquinoktium: Tag- und Nachtgleiche. Sie tritt ein, wenn die Sonne um den 21. März von Süd nach Nord und um den 22. September von Nord nach Süd (scheinbar) den Himmelsäquator überquert. Die dabei durchlaufenen beiden Schnittpunkte von Ekliptik und Äquator heißen Frühlings- bzw. Herbstpunkt. Wegen der Präzession verschieben sich diese Punkte allmählich. Daher wird bei Sternkoordinaten immer die Epoche angegeben, für die die Daten gelten.

Archäoastronomie: Die Erforschung astronomischer Praktiken in prähistorischen Zivilisationen und Gesellschaften. Insbesondere beschäftigt sich Archäoastronomie mit archäologischen Hinweisen auf astronomisches Wissen statt mit niedergeschriebenen Aufzeichnungen.

A-Stern: Ein Stern des Spektraltyps A. A-Sterne haben Oberflächentemperaturen zwischen 7 500 und 11 000 Kelvin, und ihre Farbe ist weiß. Die wichtigsten Merkmale in ihrem Absorptionsspektrum sind die Balmerlinien des Wasserstoffatoms. Linien schwererer Elemente wie Eisen sind auch nachweisbar am kühleren Ende des Temperaturbereichs. Beispiele für A-Sterne sind Sirius und Vega.

Asteroiden: Kleine Planeten, die sich meist auf Bahnen zwischen Mars und Jupiter um die Sonne bewegen. Man kennt einige tausend dieser Objekte. Der größte (Ceres) hat einen Durchmesser von ca. 1000km.

Astrologie: Eine Pseudowissenschaft, die vorgibt, aus den Stellungen der Gestirne auf das Schicksal schließen zu können. Sie entbehrt jeder sachlichen Grundlage.

Astrometrie: Astrometrie ist die Wissenschaft der Messung der Positionen von Himmelsobjekten. Diese Art der Messungen sind auf die unterschiedlichsten Arten im Verlauf der letzten Jahrhunderte entstanden, zur Zeit werden die Messungen hauptsächlich gewonnen, indem Bilder mit einer CCD-Kamera aufgenommen werden, und die Positionen der Objekte darin mit bekannten Positionen verglichen werden.

Astronomische Einheit: Die mittlere Entfernung Erde-Sonne: 149 600 000 km.

Astrophysik: Die Anwendung der physikalischen Gesetze und Methoden auf die Astronomie.

Astroseismologie: Die Erforschung der Ausbreitung von Oszillationen in Sternen. Im Prinzip können solche Forschungen in gleicher Weise Informationen über die Struktur der Sterne liefern, wie seismologische Untersuchungen der Erde Details ihrer inneren Struktur enthüllt haben.

Atmosphäre: Die einen Himmelskörper umgebende Gashülle. Sie ist nicht scharf begrenzt, sondern geht allmählich in den Raum über.

Atom: Die Basiseinheit normaler Materie, bestehend aus einem winzigen Kern (aus Protonen und Neutronen zusammengesetzt), der von Elektronen umkreist wird.

Auflösungsvermögen: Die Fahigkeit eines optischen Gerätes, eng beieinander liegende Objekte zu trennen. Bei Teleskopen wächst sie mit der Öffnung des Objektivs bis zu einem bestimmten Grenzwert.

Aureole: Eine helle, oft farbige Scheibe um die Sonne oder den Mond, welche durch Lichtbrechung an Wassertröpfchen oder Eiskristallen der Erdatmosphäre entsteht.

Austrittspupille: Das durch das Okular eines Fernrohrs entworfene verkleinerte Bild der Eintrittspupille, das einige Millimeter bis Zentimeter hinter dem Okular entsteht.

Azimut: Der Horizontalwinkel, unter dem ein Gestirn erscheint; wird vom Südpunkt des Örtlichen Horizontes über Westen positiv gezählt.

Azimutale Montierung: Mechanischer Unterbau eines Teleskops, der es gestattet, dieses gleichzeitig in Höhe (um eine horizontale Achse) und Azimut (um eine vertikale Achse) zu bewegen.