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Im Gegensatz zu Johannes Kepler war Tycho de Brahe ein Adeliger. Er wird als kleines Kind von seinem
eigenen reichen Onkel entführt, da dieser keine eigenen Kinder hatte.
1559 wird er von ihm auf die Uni Koppenhagen geschickt, um Rhetorik
und Philosophie
zu studieren. Am Ende seines ersten Studienjahres wurde er Zeuge einer partiellen
Sonnenfinsternis, die selbstverständlich zuvor angekündigt worden war. Nicht die
partielle Sonnenfinsternis war für ihn so überwältigend, sondern die Möglichkeit,
Ereignisse am Himmel vorhersehen zu können. Mit 16 will Brahe nach Leipzig wechseln
und sein Onkel willigt ein. Da er zwischen den Vorlesungen Zeit hatte, setzte er sich
auch in Mathematik und Astronomie-Vorlesungen. Während der Studienzeit verlor Tycho bei
einem Zweikampf ein Stück seiner Nase und trug dann bis an sein Lebensende einen
Ersatz aus Silber.
Am 11.11.1572 beobachtete er die Supernova in der Cassiopeia und nannte
sie "neuen Stern". Später lernt er Wilhelm IV., einen großen
Astronomen unter den Adeligen, kennen. Dieser setzt den König von Dänemark Friedrich II.
unter Druck, damit ihm dieser eine Insel schenkt, wo Brahe sich eine Sternwarte errichten
kann. Im Jahr 1580 wird die Sternwarte Uraniborg auf der Insel Hven im Sund fertig.
Dadurch hatte er auch Platz genug für seine zahlreichen Instrumente (Quadranten,
Sonnenuhren und Globen) die sich mittlerweile angesammelt hatten, da er ständig bessere
und größere Instrumente zur Beobachtung kaufte.
Er beschäftigte dort zahlreiche Schüler und Assistenten, die ihm bei Beobachtungen und Berechnungen halfen. Nach zwanzig Jahren Arbeit, wurde er auf seiner Insel immer gelangweilter und ruheloser, und so kam ihm die Auseinandersetzung mit dem nun herrschenden König Christian IV. nur recht, um einen Grund zu haben, wieder auf Reisen zu gehen. Zwei Jahre zog Tycho umher, bevor er sich 1599 am Hof des Kaisers Rudolfs II. in Prag niederließ. Dort wurde Johannes Kepler im Jahr 1600 zu seinem Gehilfen und später auch Nachfolger.
Tycho Brahes Weltbild war ein Kompromiß zwischen dem Ptolemäischen mit der ruhenden
Erde und dem Kopernikanischen. Er beließ zwar die Erde im Zentrum des Universums, doch
um diese als Mittelpunkt bewegten sich nur Mond und Sonne, die restlichen Planeten
umkreisten die Sonne. Tycho war ein brillianter Beobachter, der eine Genauigkeit von
2 Bogenminuten erreichte - aufgrund seiner nicht so ausgeprägten mathematischen
Fähigkeiten war er jedoch nicht in der Lage, sein eigenes Weltbild durchzurechnen.
Brahe erstellte einen Fixsternkatalog, der ca. 800 Sterne umfaßte, konnte ihn aber nicht fertigstellen. Er lieferte außerdem den Nachweis, daß Kometen keine Erscheinung der Erdatmosphäre sind. Große umwelzende Erkenntnisse lieferte er nicht, doch sammelte er große Mengen an zuverlässigen Daten, die später Grundlage für Keplers Arbeiten waren.