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Copernicus gilt als der eigentliche Reformator der neuen Astronomie.
Er entstammte einer Kaufmannsfamilie aus Thorn (Torun). Sein Onkel, der Bischof von
Ermland, ließ ihn nach seinem Studium in Krakau, welches er 1491 beginnt, zum
Domherrn (ein kirchlicher Verwaltungsposten) ausbilden, wozu er sich einige Jahre
in Bologna und Padua aufhielt. Dort studierte er von 1496 bis 1503 Theologie,
Mathematik, Astronomie, Jurisprudenz und Medizin.
Dort kam er offenbar mit alten Traditionen der Sonnenverehrung in Berührung und kreierte die Grundsätze seines Weltbildes, das er 1510 erstmals in einer kleinen Schrift "COMMENTARIOLUS" veröffentlichte.
In der Mitte von allen aber hat die Sonne ihren Platz. Wer könnte nämlich diese Leuchte in diesem herrlichsten Tempel an einen anderen oder gar besseren Ort setzen, als an den, von dem aus sie das ganze zugleich beleuchten kann? Nennen doch einige sie ganz passend die Leuchte der Welt, andere ihr Herz, wiederum andere ihren Lenker. So lenkt in der Tat die Sonne, wie auf königlichem Throne sitzend, das um sie kreisende Geschlecht der Gestirne.
Sie erregte einiges Aufsehen in Gelehrtenkreisen, da eine weitere Ausarbeitung angekündigt wurde, die das Ptolemäische System an Genauigkeit übertreffen sollte. Kopernikus wollte eigentlich nicht eine Revolution, sondern eine Restauration. Er wollte dem Idealbild der gleichförmigen Kreisbewegung wieder zu ihrem "Recht" verhelfen, nachdem diese von Ptolemäus mehr oder weniger eliminiert worden war: Bei ihm schienen die Planeten von einem exzentrisch liegenden Punkt, dem Ausgleichspunkt, gleichmäßig schnell zu sein, nicht jedoch vom Mittelpunkt ihres Umlaufkreises aus.
Im Jahr 1512 wurde er Domherr zu Frauenburg (Ostpreußen). In dieser Zeit arbeitete
Kopernikus an der mathematischen Verwirklichung seines Systems. Doch obwohl durch
die nunmehr bewegte Erde viele der Hilfskreise des Ptolemäus wegfielen, mußte
Kopernikus wegen seiner Forderung der gleichmäßigen Kreisbewegung neue einführen,
sodaß die Anzahl der benötigten Sphären zuletzt nicht viel geringer war als bei
Ptolemäus. Außerdem erreichte das neue System keine höhere Genauigkeit als das alte.
Im Jahr 1532 lag sein großes Werk "De revolutionibus orbium coelestium" (über die Umwälzungen der Himmelssphären) in Manuskriptform vor. Auf Drängen seiner Freunde veröffentlichte er es erst in seinem Todesjahr 1543. Wohl gegen Kopernikus Willen betonte der Theologe Osiander im Vorwort den hypothetischen Charakter des Systems, weshalb das Werk auch vorerst nicht auf Ablehnung in der Kirche stieß. Wegen seiner schwer lesbaren mathematischen Abhandlung wurde es vorerst kein großer Erfolg, vielmehr wirkte die einfache Grundidee seines Systems in Kreisen, die der magischen Weltanschauung nahestanden.
Die wichtigsten Feststellungen in diesem Buch sind:
Zu diesem Schluß kam er hauptsächlich durch theoretische Überlegungen, da er ein
schlechter Beobachter war. Durch die Lektüre antiker Schriftsteller, die auf das
heliozentrische System von Aristarch von Samos hinwiesen, wurde er in seiner
Überzeugung bestärkt.